Brenner am Brennerpass
Der Brennerpass auf 1.372 m ist ein Ort mit außergewöhnlich langer Verkehrs- und Grenzgeschichte: Nachweislich wird er seit der Bronzezeit begangen. Zugleich überquert ihn die Brennerbahn, eine der wichtigsten Eisenbahnverbindungen zwischen Mitteleuropa und Italien. Wer Brenner als Reiseziel wählt, trifft daher auf einen Passraum, in dem historische Entwicklung, Kunst, Kirchen und unterschiedliche Wege durch die Landschaft zusammengehören.
Passgeschichte und Grenze
Die politische Bedeutung des Brenners wurde nach dem Ersten Weltkrieg neu festgelegt. 1919 wurde der Brenner zur politischen Grenze zwischen Österreich und Italien. Diese Geschichte prägt den Ort als Grenzraum und ergänzt die ältere Rolle des Passes als Verbindung über die Alpen. Für die Einordnung des heutigen Brenner ist deshalb beides wichtig: der seit der Bronzezeit belegte Übergang und die politische Grenze, die seit 1919 zwischen den beiden Staaten verläuft.Plessi Museum in den ehemaligen Zollamtsgebäuden
Ein zentraler Kulturpunkt befindet sich direkt am Brennerpass: Das Plessi Museum liegt in den ehemaligen Zollamtsgebäuden an der Grenze zwischen Italien und Österreich. Gezeigt werden Videos, Zeichnungen und Installationen von Fabrizio Plessi. In der großen Haupthalle steht die Großskulptur „L’anima della natura“. Der Museumsbesuch setzt damit einen klaren Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst und unterscheidet sich deutlich von den historischen Themen, die am Pass und in den Kirchen des Ortes sichtbar werden.Kirchen und Ortsgeschichte
Zur älteren Sakralkunst in Brenner gehören die Deckenmalereien in der St.-Valentin-Kirche. Sie stammen von Franz Unterberger und wurden im Jahr 1787 geschaffen. Ein anderer Abschnitt der Ortsgeschichte zeigt sich an der neuen Pfarrkirche Maria am Wege. Sie wurde nach Plänen des Architekten Luis Plattner zwischen 1960 und 1962 neu errichtet und löste St. Valentin als Hauptkirche in Brenner ab. So stehen in Brenner eine Kirche mit Deckenmalereien aus dem 18. Jahrhundert und ein Kirchenbau der 1960er-Jahre für unterschiedliche Epochen nebeneinander.Mit Bahn, Bus und Rad unterwegs
Für die Anreise und die weitere Orientierung sind mehrere Verbindungen belegt. Die Buslinie 313 verkehrt auf der Strecke Brennero/Fleres–Colle Isarco–Vipiteno. Die Bahnlinie 100 fährt auf der Strecke Brennero–Bozen–Verona. Damit lässt sich der Brenner sowohl über die grenzüberschreitende Bahnverbindung als auch über die Busstrecke in Richtung Colle Isarco und Vipiteno einordnen. Auch die Radroute Brenner–Bozen beginnt am Brenner. Sie verläuft entlang der Trasse der ehemaligen Eisenbahn bis nach Vipiteno und führt durch das Eisacktal bis nach Bozen. Der Bezug zur früheren Bahntrasse gibt dieser Route einen eigenständigen verkehrsgeschichtlichen Charakter, während die Strecke zugleich den Raum zwischen Brenner, Vipiteno und Bozen verbindet.Aussicht und Rundwanderung
Im Raum Brennero, Vipiteno und Umgebung liegt die 360°-Aussichtsplattform „Wastenegg“. Von dort reichen die Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und die weite Berglandschaft. Die Rundwanderung Ladurns im Raum Brennero, Vipiteno und Umgebung umfasst einen kurzen Anstieg zum Wastenegg. Aussichtspunkt und Rundwanderung bilden damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten, denselben Landschaftsraum wahrzunehmen: einmal über die 360°-Plattform und einmal als Teil einer Rundwanderung. Zur weiteren Orientierung können außerdem Pfitsch, Ratschings, Mules, Mareit, Franzensfeste und Freienfeld aufgerufen werden.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wipptal.
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