Nogaredo: Dorfgeschichte, Kunst und Lehrpfad
Unterkünfte in Nogaredo
Nogaredo lässt sich über sein historisches Dorf, die Kunst in Kirchen und Schlössern sowie Wege durch Weinberge und Hügellandschaften kennenlernen. Wer eine Unterkunft sucht, kann den Ort danach einordnen, ob Ortsgeschichte und Baukunst oder ein längerer Weg draußen den eigenen Reiseplan prägen sollen. Dazu kommen klare historische Bezugspunkte und eine lokale Genussgeschichte, die in Brancolino beginnt.
Ortsbild und Geschichte der Lodron
Das historische Dorf Nogaredo ist durch dicht aneinandergebaute Häuser, Innenhöfe und markante Portale geprägt und reicht bis zum Palazzo Candelpergher, dem heutigen Rathaus. Palazzo Lodron liegt im Zentrum, nur wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt. Als frühere Residenz der Grafen Lodron steht er mit einer der bedeutendsten Adelsfamilien der Vallagarina in Verbindung. Im Saal Sala del Giudizio fanden zwischen 1646 und 1717 Hexenprozesse statt.
Auch Castel Noarna im Ortsteil Noarna von Nogaredo erzählt von der Geschichte der Lodron: Die Burg hat mittelalterliche Ursprünge und wurde später von der Familie erweitert. Fresken der Michelangelo-Schule befinden sich an der Haupttreppe und im Wintergarten. Im Mastio liegen der Hauptturm, zwei Wachräume und Gefängnisse. Während der Hexenprozesse von Nogaredo waren dort 1646 und 1647 mehrere Frauen aus dem Tal inhaftiert. Die unterschiedlichen Datierungen ordnen die Bezüge ein: Im Palazzo reicht der Zeitraum der Prozesse von 1646 bis 1717, während die Inhaftierungen im Mastio für die Jahre 1646 und 1647 genannt sind.
Die Erinnerung an Hexenprozesse gegen einige Bäuerinnen des Ortes im 17. und 18. Jahrhundert gehört ebenfalls zur Geschichte Nogaredos. Vor mehr als zehn Jahren wurde diese Geschichte in das Fest Calendimaggio di Nogaredo umgewandelt, an dem sich die gesamte Gemeinschaft beteiligt. So stehen neben den einzelnen historischen Orten auch die Verarbeitung dieser Vergangenheit im kulturellen Leben des Ortes.
Kirchenkunst und örtliche Bezüge
In der Kirche von Brancolino stammt die barocke malerische Ausstattung aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; sie ist das Werk von Pietro Antonio Sorisene. Dort befindet sich außerdem ein kleines Gemälde von Gaspare Antonio Baroni Cavalcabò. Es trägt den Titel Die Ekstase des seligen Giuseppe da Copertino und zeigt den Seligen schwebend vor einem Kreuz. In der Kirche San Leonardo ist an der Apsiswand ein Gemälde aus den 1740er-Jahren zu sehen, das der Künstler Gaspare Antonio Baroni Cavalcabò schuf und den heiligen Leonhard von Noblac darstellt. Zusammen geben die Kunstwerke unterschiedliche Anhaltspunkte für die Beschäftigung mit Malerei, Heiligenbildern und der Baugeschichte der Kirchen.
Auch die Geländeform gehört zur Einordnung des Ortes: Nogaredo liegt auf einem breiten Schwemmfächer aus lockerem Bachschutt. Seine Form ähnelt einem Fächer oder Trichter, mit der Spitze bergwärts und der Öffnung talwärts. Das Gebiet reicht vom Etschtalboden auf etwa 170 Metern über dem Meeresspiegel bis zum montanen Bereich auf etwa 650 Metern. Die Geschichte der Distilleria Marzadro begann 1949 in Brancolino di Nogaredo. Das ist ein historischer Bezug zur örtlichen Herstellungsgeschichte; für die Reiseplanung bleibt er von den konkret beschriebenen Kirchen- und Burgmotiven unterscheidbar.
Lehrpfad und Wege
Der Lehrpfad Sentiero delle „buone Kalendae“ beginnt bei Spine nahe der Distilleria Marzadro, führt durch Weinberge hinauf nach Nogaredo und ist als Hin- und Rückweg 8,8 Kilometer lang. Für Hin- und Rückweg beträgt die Dauer etwa fünf Stunden. Damit lässt sich der Zeitbedarf für diesen Weg in die Tagesplanung einbeziehen. Da sich örtliche Bedingungen ändern können, empfiehlt sich vor dem Aufbruch ein Blick auf die aktuellen Wegverhältnisse.
Die Destra Adige Lagarina ist ein hügeliger Reit-, Rad- und Fußweg entlang einer alten Straße; Nogaredo gehört zu den beteiligten Gemeinden. Entlang des Weges gibt es sechzehn Informationspunkte mit Tafeln, die von der Fondazione Museo Civico Rovereto betreut wurden. Beim Sentiero delle „buone Kalendae“ stehen eine konkrete Hin- und Rückwegstrecke und deren ungefähre Dauer im Mittelpunkt; die Destra Adige Lagarina verbindet dagegen mehrere Fortbewegungsarten mit Informationen entlang der Route. Das sind unterschiedliche Orientierungspunkte für die Tagesplanung, ohne dass beide Wege gleichgesetzt werden müssen.
Für die Wahl Nogaredos sprechen somit verschiedene Interessen: das historische Dorf mit seinen Portalen und Höfen, die Kunst in Brancolino und San Leonardo, die Lodron-Orte und ein vermessener Lehrpfad durch Weinberge.
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