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Touriseum Meran: Ausstellung und Südtirol-Spiel

Das Touriseum in Schloss Trauttmansdorff bei Meran ist das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus. In historischen Schlossräumen erzählt es rund 250 Jahre alpine Tourismusgeschichte aus der Perspektive Reisender und Bereister. Die Dauerausstellung verbindet regionale Entwicklungen mit anschaulichen Objekten, Szenen und einem großen mechanischen Spiel.

Touriseum Trauttmannsdorff Im Botanischen Garten des Touriseum Trauttmannsdorff gibt es allerlei zu entdecken Foto: dago

Kurzfakten zum Touriseum

  • Das Touriseum befindet sich im Schloss Trauttmansdorff bei Meran.
  • Die Dauerausstellung behandelt rund 250 Jahre alpine Tourismusgeschichte.
  • Zwanzig Räume führen durch Themen und Stationen der Ausstellung.
  • Die Sammlung umfasst mehr als 20.000 Objekte zur regionalen Tourismusgeschichte.
  • Am Ausgang steht das mechanische Südtirol-Spiel aus Zirbelkiefer.

Tourismusgeschichte in historischen Schlossräumen

Der Rundgang nutzt die gewachsene Architektur von Schloss Trauttmansdorff: Er führt vom mittelalterlichen Kern und der Krypta bis zum Neorokokosaal. Kaiserin Elisabeth hielt sich im Schloss auf. Die historische Umgebung bildet den Rahmen für ein Museum, das die Entwicklung von Beherbergung und Reisen sowie den Blick der Bereisten auf Gäste und Veränderungen darstellt.

In zwanzig Räumen greifen Modelle, mechanische Theater, Filme und Töne unterschiedliche Epochen auf. Frühe Stationen behandeln beschwerliche Alpenquerungen zwischen 1750 und 1800, danach den Wandel der Landschaftswahrnehmung in der Romantik. Weitere Abschnitte führen zum Meraner Kurtourismus der 1830er- und 1840er-Jahre und zum Ausbau der Eisenbahn. Mit Alpinismus, Schutzhütten und Wegen rücken zwischen 1870 und 1890 neue Formen des Bergreisens in den Blick; Grandhotels und Belle Époque prägen die folgende Ausstellungsphase.

Vom Grandhotel bis zum modernen Massentourismus

Die Ausstellung behandelt auch Brüche und Konflikte. Für die Jahre 1914 bis 1919 stehen Krieg, Lazarette und die Teilung Tirols im Mittelpunkt. Die anschließende Zeit wird mit Annexion und neuen italienischen Gästegruppen verbunden. Ein späterer Abschnitt widmet sich der Verfolgung jüdischer Gäste, der Option und den Kriegsjahren. Nach 1946 zeigt der Rundgang unter anderem das Wirtschaftswunder, die Verbreitung des Autos, Fremdenzimmer auf Bauernhöfen, Wintersport und den Ausbau der Brennerautobahn.

Die jüngeren Stationen fragen nach dem Wachstum des Tourismus und seinen Folgen für die Region. Themen von 1972 bis 1985 münden in einen Blick auf die touristische Gegenwart seit 2003.

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Das Südtirol-Spiel aus Zirbelkiefer

Am Ausgang der Dauerausstellung steht ein großer Tourismusflipper, gestaltet und geschnitzt vom Grödner Künstler Teo Mahlknecht aus St. Ulrich. Das Südtirol-Spiel ist etwa 10,6 Meter lang, 2,4 Meter tief und je nach Stelle zwischen 1,6 und 2,6 Meter hoch. Es wiegt rund 2.600 Kilogramm; die Kugel rollt durch insgesamt 72 Meter Rinnen.

Die Kugel steht für den Touristen und passiert Stationen, die an Urlaubserlebnisse wie Törggelen oder Klettersteige erinnern. Mechanische Effekte lösen unter anderem einen Jodler, eine Schneekanone oder das Schild einer Jausenstation aus.

Schloss, Museum und Gärten

Das Touriseum widmet sich der Tourismusgeschichte; die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bilden ein eigenes Besuchsziel auf dem Gelände. Unter den Museen in Südtirol verbindet das Touriseum Tourismusgeschichte mit den historischen Räumen von Schloss Trauttmansdorff. Einen weiteren Einblick in mittelalterliche Meraner Räume bietet die Landesfürstliche Burg.

Saskia Epler