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Vintschger Museum in Schluderns: Geschichte des Vinschgaus

Das Vintschger Museum in Schluderns macht Geschichte und Lebenswelten des oberen Vinschgaus an drei besonderen Themen greifbar: der prähistorischen Siedlung Ganglegg, den Wasserwaalen und der Migration von Schwabenkindern. Die Ausstellungen führen von archäologischen Fundstücken über historische Bewässerung bis zu den sozialen Bedingungen, die Familien über Jahrhunderte prägten.

Vintschger Museum Schluderns Auch Arbeitsgeräte aus früheren Tagen sind interessante Zeitzeugen Foto: Markus Lenk

Kurzfakten zum Vintschger Museum

  • Das Museum liegt im Ortskern von Schluderns in der Meraner Straße 1
  • Als Talmuseum für den mittleren und oberen Vinschgau 1997 im Zusammenhang mit den Ganglegg-Grabungen gegründet
  • Die Ausstellung „Archaischer Vinschgau“ ordnet Funde aus Bronze-, Eisen- und Römerzeit ein
  • Ein eigener Bereich behandelt Waale und Bewässerungskultur
  • Die Schwabenkinder-Ausstellung ist Teil einer grenzüberschreitenden Museumsroute

Ganglegg: Siedlungsgeschichte über mehrere Epochen

Das Museum entstand 1997 im Zuge der Grabungen auf dem Ganglegg. Die Höhensiedlung oberhalb von Schluderns war in Bronze- und Eisenzeit sowie während der Römerzeit bewohnt. Systematische archäologische Untersuchungen führte das Amt für Bodendenkmäler von 1997 bis 2001 durch.

Die Ausstellung „Archaischer Vinschgau“ ordnet unterschiedliche Aspekte der Siedlungsgeschichte. Zu sehen und zu verstehen sind der Brandopferplatz, Getreideverarbeitung, Funde aus Knochen und Geweih, Keramik, Metall, Schmuck, Handel und Schrift. Modelle ergänzen die Fundstücke und helfen, Zusammenhänge der früheren Besiedlung einzuordnen. Der archäologische Park am Ganglegg konserviert Teile der Siedlung und Befestigung; zwei Häuser wurden rekonstruiert.

Waale und die Nutzung des Wassers

Der Vinschgau ist von trockenen Landschaftsräumen geprägt. Historische Waale leiteten Wasser über längere Strecken zu landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Museumsbereich „Wasser – Wosser“ verfolgt diese Bewässerungskultur vom älteren System bis zu ihrer Bedeutung in der Gegenwart. Bild- und Tonmaterial ergänzt die Darstellung und verbindet technische Geschichte mit regionalem Brauchtum.

Auch der Quairwaal verläuft oberhalb des Museums und ist teilweise als Lehrpfad erschlossen. Vor der Mündung des Quairwaals in den Saldurbach trieb sein Wasser zwei Mühlen, eine Säge und eine Schmiede an. Der Waal diente damit der Bewässerung und der Nutzung von Wasserkraft im lokalen Alltag.

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Schwabenkinder und regionale Lebensgeschichten

Seit dem 17. Jahrhundert veranlasste Armut Eltern dazu, Kinder zu Fuß nach Oberschwaben zu schicken, wo sie Arbeit und Unterkunft finden sollten. Die Ausstellung folgt ihrem Leben im Vinschgau und dem harten Alltag in der Fremde. Sie stellt die Erfahrung der Kinder in den Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Bedingungen ihrer Herkunftsorte und mit den Wegen, die sie über die Alpen führten.

Das Thema gehört zu einer grenzüberschreitenden Museumsroute und verbindet die lokale Geschichte mit einer größeren europäischen Arbeitsmigration. Zusammen mit den archäologischen und wasserwirtschaftlichen Themen entsteht ein Blick auf soziale, ökologische und kulturelle Veränderungen des Tals.

Lage und Einordnung in die Museumslandschaft

Das Museum befindet sich im Ortskern von Schluderns, Meraner Straße 1. Unter den Museen in Südtirol widmet es sich der regionalen Kultur- und Umweltgeschichte. Der archeoParc im Schnalstal bietet einen weiteren Zugang zur Archäologie, mit rekonstruierten Lebenswelten der Jungsteinzeit. Zu den historischen Ausflugszielen des Landes zählen außerdem Burgen und Schlösser.

Saskia Epler