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Reschensee: Kirchturm, Flutung und Alt-Graun

Der Reschensee liegt am Reschenpass im oberen Vinschgau. Sein aus dem Wasser ragender Kirchturm gehörte zur Kirche von Alt-Graun aus dem 14. Jahrhundert. Der Stausee veränderte die Siedlungen am Pass und das Leben ihrer Bewohner.

Reschensee Der Reschensee mit dem herausragenden Kirchturm im Winter Foto: Copyright VinschgerEngl

Kurzfakten zum Reschensee

  • Der See liegt in der Gemeinde Graun im oberen Vinschgau.
  • Der Kirchturm stammt aus dem 14. Jahrhundert.
  • Der Reschen- und der Graunersee wurden um 22 Meter aufgestaut.
  • 163 Häuser und rund 150 Familien waren von der Überflutung betroffen.

Flutung und Umsiedlung am Reschenpass

Das Wasserkraftprojekt wurde in den 1920er-Jahren vorbereitet. Nach dem Krieg führte Montecatini das Vorhaben weiter. Im Sommer 1950 wurde der Wasserstand angehoben. Der alte Ortskern von Graun und Teile von Reschen wurden überflutet. Die betroffenen Familien mussten ihre Häuser verlassen; sie wurden umgesiedelt und zwangsenteignet. Für einige Bewohner aus dem Langtauferertal entstand ein Barackenlager. 163 Häuser wurden gesprengt, rund 150 Familien verloren ihre vertraute Wohnumgebung. Diese Ereignisse gehören zur Geschichte des Sees und erklären, weshalb der Turm heute als Wahrzeichen des Reschenpasses gilt.

Der Turm blieb über der Wasserfläche erhalten. Das Museum Vinschger Oberland dokumentiert die Seestauung 1949/50, den Untergang und den Wiederaufbau von Graun und Reschen mit Fotografien. Auch die Stockerhöfe bei St. Valentin und die Weiler um die Seen wurden 1950 überflutet. Sakrale Gegenstände und Figuren geben Einblick in das religiöse Leben der betroffenen Orte.

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Seeufer und Wege durch den Vinschgau

Der Reschensee ist rund sechs Kilometer lang. Am Ufer verläuft ein Abschnitt der Radroute Via Claudia Augusta. Von Nauders führt der Weg über die alte Landesstraße zum Reschenpass. Mit 1.507 Metern liegt hier der höchste Punkt der Route; die Passhöhe befindet sich auf italienischem Staatsgebiet. Die Uferroute verbindet Reschen und Graun mit St. Valentin auf der Haide. Kurz nach dem Reschenstaudamm führt der Radweg zum Dörfl und weiter in die Malser Haide. Anschließend geht es über Burgeis, Mals, Schleis, Laatsch und Glurns in Richtung Prad und Spondinig. Die heutige Radverbindung und die historische römische Straße sind dabei unterschiedliche Verkehrswege durch dieselbe Passlandschaft. Der See gehört zu den Seen Südtirols. Zum Wandern in Südtirol gehören auch die Wege im Schnalstal; dort liegt der Vernagtsee.