Vernagtsee im Schnalstal
Der Vernagtsee ist ein Stausee im Schnalstal, dessen Uferweg durch die Geschichte des überfluteten Weilers und zwei Hangseiten der Berglandschaft führt. Die Route verbindet den Damm, die Schlucht des Schnalser Bachs und die Mündung des Finailbachs zu einer Runde am Wasser.
Herrliche Wanderwege führen um den Vernagtsee und in die nähere Umgebung
Foto: Markus Lenk
Kurzfakten zum Vernagtsee
- Der Stausee liegt nahe Vernagt im Schnalstal.
- Beim Aufstauen wurden acht Hofstellen des früheren Weilers überflutet.
- Der Rundweg führt über zwei Hängebrücken und ist als Steig markiert.
- Der Kirchturm von St. Nepomuk kann bei niedrigem Wasserstand sichtbar werden.
Rundweg über Damm, Schlucht und Sonnenseite
Der markierte Rundweg beginnt am Staudamm. Auf der gegenüberliegenden Seite führt die Route zunächst rechts und anschließend über eine linke Treppe auf den schmalen Steig. Dieser verläuft über längere Abschnitte im Schatten oberhalb des Seeufers. Etwa auf halber Strecke steht eine verfallene Holzhütte, die im Ort „Hotel zum dürren Ast“ genannt wird. Am Ende des Sees folgt der Weg der Uferroute nach rechts, statt in Richtung Kurzras abzuzweigen.
Der überflutete Weiler und der Kirchturm
Der See dient auch der Stromerzeugung und wird im Winter abgelassen. Historische Fotos der überfluteten Ebene und ihrer Höfe hängen an der Leiterkirche in Vernagt. Der Vernagtsee gehört zu den Seen in Südtirol. Ein anderer Gebirgssee ist der Pragser Wildsee; die hochalpine Wanderung zur Ötzi-Fundstelle ist ein eigenständiges Ziel im Schnalstal.
Häufige Fragen zum Vernagtsee
Was geschah mit dem Weiler vor dem Stausee?
Vor dem Bau des Stausees bestand hier der Weiler Vernagt mit acht Hofstellen. Die letzte Messe in der Kapelle St. Nepomuk fand am Abend des 31. Juli 1957 statt. Danach wurden die Höfe überflutet. Die Höfe Unterleit und Oberleit errichteten das Kirchlein 1727 gemeinsam. Es wurde später erweitert; sein Turm wurde 1820 fertiggestellt. Ein niedriger Wasserstand kann die Ruine des Turms sichtbar machen. Eis und Schnee zerstörten das Dach des Turms.
Wie verläuft der Rundweg?
Die Strecke quert die Schlucht des Schnalser Bachs über eine Hängebrücke und erreicht die Sonnenseite. Kurz nach der Brücke erinnert eine Gedenktafel an eine Bäuerin, die hier beim Beerensammeln abstürzte. Der Steig führt in diesem Abschnitt durch steiles Gelände und danach weiter durch lichten Wald. Eine zweite Hängebrücke führt über die Mündung des Finailbachs. Danach geht es über Wiesen zurück zum Ausgangspunkt am Staudamm.